2017-11-08 Alevo Battery Technology GmbH

Alevo Battery Technology GmbH stellt Insolvenzantrag


  • Finanzierung durch die Schweizer Muttergesellschaft nicht mehr gesichert
  • Bruchsaler Unternehmen ist Forschungs- und Entwicklungsabteilung der gesamten Holding
  • 54 Arbeitnehmer über Insolvenzgeld abgesichert

Bruchsal. Die Alevo Battery Technology GmbH hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Karlsruhe Insolvenzantrag gestellt. Grund dafür ist die derzeit unsichere Finanzierung durch die Schweizer Muttergesellschaft. Das Amtsgericht bestellte den Karlsruher Rechtsanwalt Holger Blümle von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Die 54 Arbeitnehmer sind bis Jahresende über das Insolvenzgeld abgesichert.

Die Alevo Battery Technology GmbH ist eingebettet in eine Holdingstruktur mit einer Muttergesellschaft in Martigny in der Schweiz. Innerhalb der international tätigen Holding ist die Alevo Battery Technology GmbH für die Forschung und Entwicklung neuartiger und hocheffizienter Batteriespeicher-Systeme zuständig. Dabei deckt der Betrieb ein großes Spektrum ab. Es reicht von der Grundlagenforschung über die Entwicklung neuer Batterien und Kompetenzen in der elektrochemischen und materialwissenschaftlichen Forschung bis zur Entwicklung neuer Batterietypen inklusive der Skalierung von Herstellprozessen. Außerdem betreibt der Betrieb einen großen Testbereich mit über 1500 Testkanälen für Zelltests.

Ziel von Alevo ist es, lithium-ionen-basierte Batteriespeicher von der Größe eines Standardcontainers herzustellen, der bis zu eine Megawattstunde Strom speichern kann. Derartige Batteriespeicher könnten beispielsweise zur Stabilisierung von Stromnetzen eingesetzt werden, indem sie überschüssige Energie, etwa aus Erneuerbaren Energien, aufnehmen und bei Bedarf wieder in das Netz einspeisen. Die Alevo Batterietechnologie ist sicher, robust und zuverlässig. Im Gegensatz zu anderen Lithium-Batterien ist der Elektrolyt der Alevo-Batterie nicht brennbar. „Wir haben unter Verwendung eines anorganischen Elektrolytsystems die erste Generation einer einzigartigen Lithium-Batterie entwickelt und wir und unser Team sind hoch motiviert, die Technologie mit neuen Partnern weiter voranzubringen“, erklären die Geschäftsführer Markus Borck und Dr. Laurent Zinck.

Wegen erheblicher Probleme in der Umsetzung der Produktion der Batterien bei den Produktionsgesellschaften der Gruppe in den USA, über deren Vermögen ein Chapter-11-Verfahren angeordnet wurde, haben sich trotz Investitionen von über 200 Millionen Euro noch keine nennenswerten Rückflüsse für die gesamte Gruppe erzielen lassen. „Das Produkt ist nicht weit von der Marktreife entfernt. Allerdings befindet sich wegen der hohen Anlaufverluste in der Produktion die Holding in einem Restrukturierungsprozess. Davon betroffen ist unter anderem auch die Entwicklungsgesellschaft in Bruchsal“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Holger Blümle.

Das Produkt werde jedoch für einen sehr attraktiven Markt entwickelt. Ein erstes System mit 1 MWh Nennkapazität und bis zu 2 MW Leistung wird derzeit in den USA zur Frequenzstabilisierung eingesetzt. „Das ist echte Hochtechnologie aus Baden-Württemberg und daher eine interessante Investition auch in einen Zukunftsmarkt“, so Blümle. Das Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters ist es daher, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und einen geeigneten Investor für das Unternehmen zu finden. Gespräche mit ersten Interessenten laufen bereits.

„Ich sehe aufgrund der sehr guten Technologie und dem hohen Know-How und einem bereits bestehenden bzw. derzeit noch weiter fortentwickelten Produkt und einem stetig wachsenden Bedarf für diese Produkte sehr gute Chancen für den Erhalt des Unternehmens“, teilt Blümle mit.
 
Pressekontakt:
Pressesprecher: Ingo Schorlemmer
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