Eigensanierungskonzept für die Hansa-Gruppe von Banken und Vermietern mehrheitlich akzeptiert - Einrichtungen werden auch über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinaus weiter fortgeführt
Oldenburg. Während die Arbeit in den Alten- und Pflegeeinrichtungen der Oldenburger Hansa-Gruppe auch nach dem Insolvenzantrag weiterlief, wurde von der Geschäftsleitung und den Insolvenzverwaltern schon nach einem Weg aus der Krise gesucht. Ein Eigensanierungskonzept, das der Geschäftsführer Winiarski zusammen mit einem starken auf die Sozialwirtschaft spezialisierten und solventen Investor für Immobilien und Betriebe vorgelegt hat, machte das Rennen. Alle an der Finanzierung der Gruppe bisher beteiligten Kreditinstitute und auch die Mehrheit der Eigentümer gemieteter Häuser stützen das in den letzten Tagen präsentierte, finanzwirtschaftlich orientierte Konzept, das nun in der nächsten Phase des am 1. Juni 2010 eröffneten Insolvenzverfahrens durch die Insolvenzverwalter Stürmann und Grönda von Schultze & Braun umgesetzt werden soll. Die Betriebe in den 18 Einrichtungen in Nordwestdeutschland werden auch nach der Verfahrenseröffnung ebenso aufrecht erhalten wie die Zentralfunktionen in Oldenburg.
Das Konzept sieht als wesentliches Sanierungsinstrument einen Erwerb des gesamten Eigenbestandes an Immobilien durch den neuen Partner und den Abschluss neuer langfristiger Nutzungsverträge zu veränderten Bedingungen vor. Auch ergänzende Reorganisationsmaßnahmen zur Stärkung der zentralen Funktionen Einkauf und Personal sind vorgesehen, jedoch kein wesentlicher Personalabbau. Lediglich in den ehemals kommunalen Bremerhavener Einrichtungen zwingt die Belegungssituation voraussichtlich zu einzelnen Personalmaßnahmen, deren sozialverträgliche Gestaltung noch in Zusammenarbeit mit den Betriebsräten abgestimmt werden wird. Betroffen dürften aber nicht einmal 10 Prozent der rund 1600 Beschäftigten sein.
"Ohne das besondere Engagement der Mitarbeiter wäre eine reibungslose Fortführung der Einrichtungen in der Vergangenheit nicht möglich gewesen. Wir sind nun zuversichtlich, ein abschließendes Vertragswerk noch vor den ersten Gläubigerversammlungen vorlegen zu können", so die Insolvenzverwalter. Die Gläubigerversammlungen für die 19 Unternehmen der Hansa-Gruppe finden vom 16. bis 26. August 2010 in Oldenburg statt.
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- 2010-03-23 Hansa-Gruppe stellt Insolvenzantrag
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