2006-03-28 Phoenix Kapitaldienst GmbH

Insolvenzverwalter stellt Varianten der Forderungsberechnung vor - Unterschiede je nach Berechnungsmethode teilweise eklatant - Auszahlung auf Scheingewinne soll nicht erfolgen


Heute fand auf Einladung des Insolvenzverwalters Frank Schmitt und des Gläubigerausschusses der PHOENIX Kapitaldienst GmbH ein Treffen mit ca. 20 Anlegervertretern statt. Ziel war es, für die Durchführung eines Insolvenzplanverfahrens zu werben.

Hauptpunkt des Insolvenzplanes ist die Regelung, in welcher Höhe die Forderungen der Anleger letztendlich befriedigt werden sollen. Auf der Basis einer im Insolvenzverfahren erarbeiteten Datenbank stellte der Insolvenzverwalter dar, welche Konsequenzen sich für die Anleger bei der einen oder anderen Berechnungsvariante ergeben. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Möglichkeiten sind teilweise erheblich, der Insolvenzverwalter schlägt daher eine vermittelnde Lösung vor. Eine Auszahlung auf Scheingewinne soll es nicht geben. Jedoch soll der Zeitpunkt der Einzahlungen der einzelnen Anleger durch eine Verzinsung der Einzahlungsguthaben berücksichtigt werden.

Die anwesenden Anlegervertreter, die insgesamt angemeldete Forderungen in einer Höhe von 225 Mill. Euro vertreten, sind dem Vorschlag grundsätzlich zugeneigt. Es ist nun seitens der Mehrheit der Gläubigervertreter vorgesehen, Mitte Mai 2006 dem Insolvenzverwalter den endgültigen Auftrag zur Erarbeitung des Insolvenzplanes zu erteilen. Der Insolvenzverwalter betonte nochmals, dass nur wenn die bestehenden Rechtsfragen über einen Insolvenzplan einvernehmlich geregelt werden können, auch die Chance besteht, die bereits gesicherten Mittel an die Anleger in näherer Zukunft ausschütten zu können. Er hofft diesbezüglich auf  die Unterstützung durch die Anlegervertreter und hat daher zu diesem - außerordentlichen - Termin eingeladen. 

Bis Mitte Mai 2006 soll ebenfalls entschieden werden, ob sich die Anleger in einem Pool zusammenschließen wollen, um mögliche Schadensersatzansprüche gegenüber dem Jahresabschlussprüfer und den Sonderprüfern der PHOENIX Kapitaldienst GmbH geltend zu machen. Diese Ansprüche müssen von den Anlegern bzw. der Gläubigergemeinschaft selbst geltend gemacht werden. Diese können nach der Insolvenzordnung nicht durch den Insolvenzverwalter für die Masse durchgesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist es dann auch vorgesehen, sich erneut mit den Hauptanlegervertretern zu treffen, um zu entsprechenden Abstimmungsergebnissen zu kommen.


Was ist ein Insolvenzplanverfahren?

Das Planverfahren wurde Anfang 1999 in die Insolvenzordnung eingefügt und stellt eine Alternative zur Durchführung eines Regelinsolvenzverfahrens dar. Der Insolvenzverwalter und der Schuldner sind berechtigt ein Insolvenzplanverfahren in die Wege zu leiten. Der ausgearbeitete Insolvenzplan wird dem Insolvenzgericht übergeben, das vorab zu prüfen hat, ob bestimmte formale Aspekte eingehalten sind und der Insolvenzplan nicht an groben Mängeln leidet. Nach dieser Vorprüfung hat das Insolvenzgericht den Gläubigern in einer Gläubigerversammlung Gelegenheit zu geben, den Inhalt des Insolvenzplans zu erörtern und über die Annahme oder Ablehnung des konkreten Plans zu entscheiden. Ein Planverfahren kann innerhalb weniger Monate nach Antragstellung erledigt werden, ein reguläres Insolvenzverfahren hingegen kann sich über Jahre erstrecken.


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