2006-05-18 Phoenix Kapitaldienst GmbH

Startschuss für den Insolvenzplan


Die Hauptvertreter der geschädigten Anleger haben in ihrer heutigen Sitzung grünes Licht für den seit geraumer Zeit diskutierten Insolvenzplan gegeben. Sie haben den Insolvenzverwalter Frank Schmitt einstimmig damit beauftragt, einen Insolvenzplan zu erstellen. Damit sind die langwierigen Vorverhandlungen abgeschlossen, das Insolvenzplanverfahren kann jetzt offiziell eingeleitet werden. Der nun auszuarbeitende Insolvenzplan kann voraussichtlich schon im Spätsommer dem Insolvenzgericht zur Prüfung vorgelegt werden.

Das Team des Insolvenzverwalters setzt jetzt alle Kräfte daran, den Insolvenzplan möglichst schnell zu erarbeiten. Die weitere Terminierung - insbesondere hinsichtlich des Abstimmungstermins - muss sodann in enger Koordination mit dem Insolvenzgericht erfolgen. Aufgrund dieser Aussichten äußerte sich Insolvenzverwalter Frank Schmitt nach dem Treffen mit den Gläubigervertretern zuversichtlich: „Es besteht damit die Hoffnung, langjährige gerichtliche Auseinandersetzungen, die zu erheblichen Verzögerungen der Auszahlungen an die Anleger führen würden, zu vermeiden.“

Der Insolvenzplan wird zunächst nur die Modalitäten für die Verteilung der vorhandenen Insolvenzmasse in Höhe von rund 230 Millionen Euro regeln. „Wichtig ist, dass der Löwenanteil der gesicherten Masse so schnell wie möglich an die geschädigten Anleger fließt, und damit dort ankommt, wo er hingehört“, sagte Insolvenzverwalter Frank Schmitt heute.

Wenn das Insolvenzplanverfahren ohne Verzögerungen abläuft, kann es Anfang 2007 zur Auszahlung an die Anleger kommen. Voraussichtlich wird die Insolvenzquote bei rund 30 Prozent liegen. Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) könnte dann im Anschluss mit der Entschädigung der Anleger beginnen. Die EdW zahlt grundsätzlich auf einen ggf. anfallenden Differenzbetrag noch 90 Prozent bzw. maximal 20.000 Euro an die Anleger aus.

Weiterhin haben sich anlässlich der heutigen Informationsveranstaltung einige Anleger zu Rechtsverfolgungspools zusammengeschlossen. Sie wollen mögliche Schadensersatzansprüche gegen die Wirtschaftsprüfer der Phoenix geltend machen. Zum Poolverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Rainer Riggert von Schultze & Braun bestellt. Er wird in den kommenden Wochen alle Anleger anschreiben, die potentielle Schadensersatzansprüche haben, und ihnen Gelegenheit geben, sich an dem Pool zu beteiligen.


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Schultze & Braun Rechtsanwaltsgesellschaft für Insolvenzverwaltung mbH,
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